Inhaltsverzeichnis Introduction
in Egypt - Enslaved in a foreign country - Station 2: Der schwierige Weg bis zum Ausbruch und Aufbruch The difficult way until outbreak and departure - Station 3: Gefahr und Rettung am Schilfmeer Danger and rescue at the sea - Station 4: Der lange Weg durch die Wüste The long journey through the desert - Station 5: Am Gottesberg Sinai At the mountain of God - Sinai Summary |
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Der Lebensweg des Menschen entspricht einer Reise. Das Ziel können ihm seine Eltern vermitteln. Er kann auch auf sich selbst gestellt sein, herauszufinden, was er mit seinem Leben anfangen möchte. Welche Leitbilder oder Richtlinien hat der Mensch, um sein Lebensziel nicht zu verfehlen? Ist ein von Erfolg gekröntes Leben auch ein glückliches und freudenreiches Leben? Mit welchen Kriterien kann er das beurteilen?
Der Mensch entfaltet sich wie eine Blume. Es gibt Umstände, die sich für seine Entfaltung fördernd oder hindernd auswirken können. So wie die Blume zum guten Gedeihen die für sie benötigten Umweltbedingungen braucht wie Licht, Wärme, Wasser, eine günstige Lage und guten Nährboden, so braucht der Mensch zu seiner Entfaltung ebenfalls Umstände, die helfen, seine angeborenen Talente zu erkennen und zu fördern. Er benötigt Freiräume zum Wachsen und zur Entfaltung.
Angelegt ist der Mensch auf Freiheit und Liebe. Jedoch wie oft und wie leicht kann der Mensch versklavt werden. Wie leicht kann er in Unfreiheit geraten aus Angst um sich selbst. Wie leicht kann Liebe in Haß umschlagen. Es benötigt die größte Anstrengung das eigene Tun und Lassen jederzeit zu überwachen.
Mit den fünf Stationen des Exodus:
Es folgt nun eine Untersuchung der Stationen des Exodus, daran anschließend ein Versuch die fünf Stationen des Exodus auf Lebenssituationen anzuwenden. Musikalisch, poetisch und biblisch lassen sich die Exodus Stationen ebenfalls durchschreiten. Hier sind der kreativen Entfaltung keine Grenzen gesetzt.
Aus dem Buch "Exodus" kann der Mensch lernen, daß er guten Mutes leben kann und darf. Er hat zu keiner Zeit irgendwelchen Grund an seinem Leben oder an seiner Zukunft zu verzweifeln, da Gott für ihn sorgt. Möge "Exodus" als Hilfe und Anreiz dienen, den Weg in die Freiheit zu suchen, zu finden und anzutreten, "damit wir das Leben haben und es in Fülle haben" (Johannes 10, 10).
So segne dich
2. Die Stationen des Exodus
Station 1: In Ägypten - Versklavt in der Fremde *)
Versklavt in der Fremde<---> Unter Druck gesetzt, beherrscht, behindert, gefangen, festgehalten, bevormundet, außengesteuert, benutzt, erniedrigt, sich selbst entfremdet -- aber auch abgesichert und versorgt. Das Volk stöhnt, klagt, schreit um Hilfe -- aber paßt sich auch an, richtet sich ein, duckt sich, verfällt der eigenen Angst, Ohnmacht und Resignation. Zwischen Menschenfurcht <---> (Menschenabhängigkeit, Menschvergötterung) Im Dienst Pharaos Mein Ägypten, das mich lähmt, fesselt, unfrei macht, dem Leben entfremdet? Exodus 1, 1-22; 2,11-14; 2, 23-25 |
Ruf zum Aufbruch In Mose erwacht ein Impuls: Es gibt ein anderes, neues Land; es gibt einen Weg aus der Abhängigkeit und Unmündig- keit; Freiheit ist möglich: Geh, führ mein Volk aus Ägypten ich bin bei dir; ich bin alle Zeit der "Ich bin da". "Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihre laute Klage gehört. Ich kenne ihr Leid. Ich bin herabgestiegen, um sie aus der Hand der Ägypter zu entreißen." und Gottesfurcht oder im Dienst Jahwes Der Mose in mir oder neben mir, der in die Freiheit ruft. Exodus 3, 1-20; 4, 10-17; Apostelgeschichte 7, 20-25 |
Zuerst ängstlicher Versuch, den Weg in die Freiheit zu finden, ohne mit den alten Herrschaften brechen zu müssen; Mose bittet den Pharao um Erlaubnis, gehen zu dürfen. Dieser kompromißlerische Versuch muß fehlschlagen; die pharaonischen Mächte spielen sich immer mehr auf.
Plagen erzwingen den AusbruchErst als das Volk den Fronvögten Ägyptens und sich selbst zur Plage wird, als die Anwesenheit des Volkes für es selber und Ägypten unerträglich wird und buchstäblich alle Plagen Ägyptens das Land heimsuchen, geschieht ein eher fluchtartiger Ausbruch als ein überlegter und innerlich nachvollzogener Aufbruch.
Angst vor der neuen FreiheitAber kaum ist dieser erste Schritt in die Freiheit getan, werden die Ausgebrochenen von ihren alten Abhängigkeiten eingeholt: Das ganze Heer der Ägypter ist plötzlich hinter Israel, hinter mir her und verbreitet Panik. Die neue Situation löst plötzlich lähmende Angst aus.
Exodus 5 - 12
Auf dem Weg in die Freiheit <---> plötzlich von allen Seiten bedrängt Freiheit ist gefährlich: Die Ausgebrochenen kommen in Lebensgefahr, als das Meer ihnen den Weg abschneidet und das Heer der Ägypter sie verfolgt: von vorne Wasserfluten, Untergang, Weglosigkeit, Angst -- von hinten die Flut der Ägypter, die alten Bedränger, die alten Ängste, die das Volk einholen und zu überschwemmen drohen. Erfahrung der Ausweglosigkeit, wie eingekreist und umzingelt sein: zurück geht es nicht, vorn geht es auch nicht weiter. Am liebsten zurück wollen <---> "Warum hast du, Mose, uns das angetan? Warum hast du uns aus Ägypten herausgeführt? Haben wir dir in Ägypten nicht gleich gesagt: Laß uns in Ruhe. Wir wollen Sklaven in Ägypten bleiben. Denn es ist für uns immer noch besser, Sklaven der Ägypter zu sein, als in der Wüste zu sterben." Untergang am Schilfmeer <---> Verwandlung steht an. Das macht Angst, das tut weh. Etwas muß sterben. Das Alte muß endgültig sterben, der alte Mensch, die alten Abhängigkeiten, der Pharao in mir. |
In der Ausweglosigkeit auf einen Weg vertrauen Ich weiß, daß in dieser Richtung noch nie ein Weg für mich war und ich mich fortan auf nichts Bekanntes mehr verlassen kann. Aber ich will jetzt glauben, ich gehe ins Haltlose, ich springe ins Wasser ... Und da: Enge und Angst öffnen sich. In der Ausweglosigkeit und mitten in der Weglosigkeit tut sich ein Weg auf. oder auf das Wunder bauen "Fürchtet euch nicht, bleibt stehen, und schaut zu, wie der Herr euch heute rettet." Rettung am Schilfmeer Aufatmen. Ägypten ist hinter mir, untergegangen. Endlich frei. Das Leben liegt vor mir: "Singt dem Herrn ein Lied, denn er ist hoch und erhaben! Roß und Wagen warf er ins Meer." |
Zwischen Sicherheitsdenken,<---> dem Egoismus, der Angst und dem Habenwollen Kein Brot in der Wüste. Die ganze Gemeinde der Israeliten murrte: Wären wir doch an den Fleischtöpfen Ägyptens! Jetzt müssen wir an Hunger sterben. Kein Wasser in der Wüste. Das Volk dürstet nach Wasser und murrt gegen Mose: Warum hast du uns überhaupt aus Ägypten hierher geführt? |
und der Freiheit des Sich-Verlassens Geschenktes Brot; Manna Geschenktes Wasser Matthäus 4, 1 - 11 |
Gottesherrschaft <---> Besiegelung der Befreiung von der Herrschaft der "Weltmächte" zu einem Leben unter der Herrschaft Gottes, des Befreiers: Ihr habt gesehen, wie ich euch hergebracht habe zu mir und euch zu einem jahwe-gemäßen Leben befreit habe. Siehe Exodus 19, 4ff. Übernahme der Lebens- ordnung dieser Gottes- herrschaft (Dekalog): Ich habe euch befreit -- darum könnt ihr jetzt auch Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit leben. Worauf baue ich mein Leben: Wirklich auf Jahwe,<---> der mich aus meinem Ägypten befreit, und baue ich auf den wirklichen Gott Exodus 19, 1 - 20, 21 |
Gefahr, sich erneut in Knechtschaften zu begeben; Goldener Stier Kaum in die Freiheit entlassen, verfällt der Mensch der ur- menschlichen Gefahr des Traums von Macht und Größe und eigener Lebenstüchtigkeit. Und so beginnt Israel, sich den unverfügbaren Gott in den Bildern dieses Traums vorzu- stellen, im Bild des Stieres, der für Stärke, Fruchtbarkeit und Lebensmächtigkeit steht. Israel will sich nicht von seinem Gott schaffen und formen lassen, sondern ihn selber nach eigenen Wünschen und Vorstellungen formen, als Verlängerung des eigenen Strebens nach Größe und Macht. Das aber bedeutet letztlich einen Rückfall in die Knechtschaft Ägyptens. oder auf andere "Götter" ? (1. Gebot) oder auf einen selbstgemachten, der nur ein Bild eigener Wünsche und Interessen ist?(2. Gebot) Exodus 31, 18 - 32, 20 |